Verkostung mit Markus Heinze

GLENFIDDICH – THE BALVENIE HAPPENING:

Am Mittwoch 14. September ist Herrn Rudy Hundsbichler, Gründer des Claymore Whisky Clubs, einen ganz großer Wurf gelungen. Markus Heinze, der „Brand Ambassador Germany“ , zuständig für den deutschsprachigen Raum, hatte sich die Zeit genommen um uns einen Besuch abzustatten. Im Gepäck eine Reihe exquisiter Produkte seines Arbeitgebers. Man muss schon über einen ganzen Rucksack voll an Kontakten verfügen, damit so eine fachliche Granate, sich auf den Weg nach Innsbruck macht. Ambassador Markus Heinze entpuppte sich im Laufe des Abends als exzellenter Außenminister von Glenfiddich und The Balvenie. Mit enthusiastisch vorgetragenem Fachwissen überzeugte er seine fachkundigen Zuhörer. Auch die Boys von www.badmilsblack-whisky-distillery.at wurden überrascht von Herrn Heinzes Informations – Artillery.
Selten habe ich in meiner beruflichen Laufbahn so enorm Interessantes, zum Teil Insider- Wissen, vermittelt bekommen. Naturprodukte wie Cognac oder Whisky wurden von mir immer schon als „Kunstwerke“ bezeichnet. Herr Markus Heinze geht da noch einen Schritt weiter und bezeichnet Whisky als ein „Wunder“.
Ich versuche Herrn Markus Heinzes Wasserfall an Whisky-Informationen zusammenzufassen:

Glenfiddich produziert jährlich 13.5 millionen Liter Whisky.
The Balvenie, „der kleine Bruder“, produziert 6.8 millionen Liter.
Die Bourbon Fässer der Amerikaner sind bereits in Besitz der Schotten bevor diese in USA abgefüllt werden.
Die unterschiedlichen Fähigkeiten zwischen der amerikanischen und europäischen Eiche ist erstaunlich groß.
Warum Eiche? Eiche ist robust, fäulnis- und  Bakterien resistent, Atmungsintensiv und ohne Harz-Kanäle.
Ein Bourbon Fass kostet ca. 100 Pfund.
Ein Sherry Fass das Zehnfache, also 1.000.– Pfund.
Bourbon Fässer dürfen laut USA Gesetz nur ein einziges Mal verwendet werden. Nachdem dieses Gesetz kurz vor der Kiepe steht und die Fässer in Zukunft voraussichtlich öfters verwendet werden dürfen, wird es am Markt ziemliche Änderungen geben.
Das Fass ist 60 bis 80% verantwortlich für die Qualität des Endproduktes.
Die in Schottland verbrauchten Sherry Fässer gehen retour nach Spanien.
Mit diesen Fässern wird in Spanien Whisky-Sherry-Essig produziert und sehr erfolgreich verkauft.
Es lagern bei Glenfiddich über 1 Million Fässer.
Warum sind die Glenfiddich Flaschen dreieckig? Das steht für die drei notwendigen Elemente Wasser, Getreide und Luft.
Warum ein Hirsch als Logo? Glen-fiddich wird neben den Fluss „Fiddich“ produziert. Fiddich bedeutet auf Englisch „Edler Hirsch“, Fiddich in Stereo also!
Kupfer ist der Filter der Schadstoffe.
Die Qualität des Produktes definiert man bis zu 82 % durch riechen, nicht durch kosten.
Das Alter ist irrelevant „völlig Banane“, nur die Qualität des Blends ist entscheidend.
Die Farbe kommt vom Naturprodukt Holz (Fass).
Jedes Fass ist verschieden und produziert niemals das gleiche Endprodukt und schon gar nicht die gleich idente Farbe, weshalb, ohne Geschmacks Änderung, nachgefärbt wird.
Im Regal würden zwei verschiedene Farben optisch  unüblich ausschauen, eventuell als fehlerhaft gewertet werden, was wiederum eine Klage zur Folge haben könnte.
Die richtigen Gläser haben große Bedeutung.
Ein und derselbe Whisky in drei verschiedenen Gläsertypen zu verkosten ist ein beweisgebendes Experiment.
Der Bukanter, im Volksmund auch als Asthma Pumpe tituliert, ermöglicht in der Nase, durch kräftige Luftzufuhr, eine verstärkte Wahrnehmung der Aromen.
In Duty Free Shops wird der meiste Whiskyumsatz lukriert.
Nachdem meistens wenig Zeit zur Verfügung steht, greift man nach der schönsten Flasche. Entweder als exklusives Geschenk oder um sich zuhause gemütlich selber zu beschenken.
Man sollte als Produzent möglichst einige besonders teure Flaschen auf Lager haben. „Besonders teurer“ wäre in etwa 100.000 Pfund pro Flasche.
(Wobei die Qualität nicht unbedingt ein Kaufmotiv darstellt.) Hat man die nicht, kauft der „möchte gerne Angeber“ eben woanders!
1964 hat man mit dem, in der Vergangenheit total erfolglosen, „Blending“ wieder begonnen. Nur die „Tee-Mischer“ hatten vom „Vermischen“ das Know-how und starteten eine Erfolgstory mit Whisky.
Das „Finishing“ kam dann später dazu.
Das Rum finishing Produkt Glenfiddich – „Cuban Cask“ , blieb in USA in den Regalen stehen.
Erst nachdem man das gleiche Produkt in „Carribean Cask“ umgetauft hatte, kam der Erfolg!
Sämtliche Mitarbeiter der Destillerien sind freundschaftlich oder gar familiär miteinander verbunden.
Man freut sich auf spontanen Besuch der interessierten Mitbewerber. Das ist allerdings nur möglich wenn keiner der Konzern Eigentümer zugegen ist. Die sehen das eben ganz anders.

Unsere Abend-Begleitung:

– Glenfiddich Solera 15 y (Einer der weltweit 10 Meistverkauften Whiskys)
– The Balvenie 12 y, Singel Barrel, First Cask 5828
– Glenfiddich 19 y, Single Malt, Madeira Cask, Vasco da Gama gewidmet.
– Glenfiddich 21 y, Rum Finish
– The Balvenie 21 y, Portwood Finish, fast nicht mehr erhältlich.
– Glenfiddich, 26 y, „Excellence Single“, 100 Amerikanische Eiche
– Glenfiddich, Basis Blend für 15 % des Solera, nicht käuflich.

Das Gesamtpaket, Vortrag, Tasting Samples und Frau Tinas tolles Buffet, war diesmal unübertrefflich. „Wenn Sie morgen früh aufstehen, haben Sie einen Großteil von meinem Vortrag schon vergessen“! Mag schon stimmen, trotzdem habe ich versucht so einiges festzuhalten. Es war besonders lehrREICH und nach diesen einzigARTIGen Vortrag hat für mich das Wort „Banane“ eine zweite Bedeutung bekommen.
Aber das ist „völlig Banane“.

Rückblick von diesen grandiosen Abend
von
Alexander Weller